Project Baseline, Murner See
 

 

Sichtweiten Stationen 

Sichtweite ist wichtig für uns Taucher. Für viele ist sie DAS Kriterium für ein gutes Tauchrevier, aber Sichtweite lässt mehr Rückschlüsse zu. In der Limnologie (="Binnengewässerkunde") ist die Messung mit einer "Secchi Scheibe" weit verbreitet und wird als Instrument für die Wasserqualität verwendet. Die Messung erfolgt hier in der Regel vertikal, von einem Boot, oder ähnlichem. 

Für uns Wassersport begeisterte hat die Messung aber meist nur ein Ziel: Sichtweite bestimmen. 

Für aktuelle Daten wählt bitte die entsprechende Station. Diese sind wie folgt aufgeteilt.

Nordturm

Station Alpha, circa 6 Meter (links vom Einstieg vor dem Dreirad)

Nordturm

Station Bravo, Tiefe circa 30 Meter links der Leine 

Rutsche

Station Charlie, Rechts des Einstiegs, direkt an der Rutsche, auf circa 6 Metern 

Rutsche

Station Delta, Rutsche auf 30 Meter (noch nicht installiert, Stand März 2020) 

Warum fest installierte Stationen?

Nichts ist so subjektiv wie die eigene Wahrnehmung. Vielen Menschen fällt das schätzen von Distanzen bereits über Wasser schwer, Unterwasser ist die Einschätzung aufgrund des veränderten optischen Eindrucks noch viel schwieriger. 

 

Da nicht immer die gleiche Person die Sichtweite dokumentiert, ist ein standardisiertes Messverfahren sinnvoll. Das mitführen eines Maßbandes oder abwickeln eines Spools mit entsprechenden Markierungen ist möglich, aber häufig zu aufwendig und sehr zeitintensiv. So kam es zu der Idee, für alle die gleichen Voraussetzungen zu schaffen. 


Aber welche anderen Zusammenhänge sind interessant?

In der Limnologie ist die trophogene Zone, die auch als Nährschicht bezeichnet wird, der lichtdurchflutete Oberflächenbereich eines Gewässers. (1.) Da hier die Photosynthese stattfindet, ist in dieser Schicht, je nach dem Nährstoffgehalt, ein mehr oder weniger ausgiebiges pflanzliches Wachstum, vor allem in Form von Phytoplankton (Algen) und anderen Wasserpflanzen, vorzufinden. 

Nur so ist eine Primärfunktion (Aufbau von Biomasse) möglich. Die trophogene Zone ist durch Temperatur und andere Verhältnisse (Klima, Wetter usw.) beeinflusst. (3.)

In der trophogenen Zone findet durch den Einfall von Licht Photosynthese statt, diese liefert Sauerstoff und ermöglicht dadurch den Aufbau von Biomasse. Die dort lebenden Organismen, verbrauchen allerdings ständig Sauerstoff. Nur soweit und solange die lichtgesteuerte Photosynthese größer ist als die Atmung, bzw. der Sauerstoffverbrauch, ist die Bilanz trophogen (Biomasse aufbauend).

Dies hängt von der verfügbaren Lichtmenge ab, die mit dem Wetter und der Tageszeit schwankt, sowie von der Eindringtiefe des Lichtes in das Gewässer, diese wird z.B. durch Trübstoffe herabgesetzt (2.) (Aufwirbelung von Sediment durch Taucher, Badegäste etc.)

Warum messen wir also?

Die Messung hat mehrere Gründe. Zum einen natürlich um den Verlauf über die Jahre zu sehen und Rückschlüsse auf das Gewässer ziehen zu können. Zum anderen aber auch einfach um anderen Taucher eine Antwort geben zu können, schließlich ist dies eine der häufigsten Fragen am Ufer. Schließlich taucht es sich bei guter Sicht viel entspannter ;).






Wo und in welcher Tiefe messt ihr?

Den Überblick über unsere Stationen findet ihr am Anfang dieser Seite. Generell ist für uns eine Messung oberhalb und eine unterhalb der Sprungschicht interessant. Gewöhnlich liegt diese im Murner See, je nach Jahreszeit zwischen 6-10 Metern. Natürlich macht die Messung auf beiden Uferseiten des Sees Sinn. Je nach Wetter, Wind, Aktivität und Strömung lassen sich hier leichte Unterschiede feststellen. 


Ihr wollt bei den Messungen mitmachen? Dann klickt hier. Wir freuen uns über eure Teilnahme!


 Quellen: 

(1.) Onlinequelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Trophogene_Zone, abgerufen am 15.02.2020)

(2.) https://de.wikipedia.org/wiki/Ökosystem_See 

(3.) https://www.biologie-seite.de/Biologie/Trophogene_Zone



 
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