Project Baseline, Murner See
 

Mission Tiefenkarte

Nachdem immer wieder Gerüchte mit Tiefen über 50 Metern und angeblichen "Unterwasserbergen" etc. laut wurden, wollten wir es genauer wissen. Da wir sowieso im Rahmen eines anderen Projektes eine genauere Vermessung des Sees geplant hatten, entschlossen wir uns dazu, eine Tiefenkarte zu erstellen. 

Anfangs war noch unklar wie wir vorgehen wollten, verschiedene Methoden wurden verglichen und der Kosten- Nutzen abgewägt. Generell stehen diverse Arten von Vermessung und Sonar- Techniken zur Verfügung. Zum Teil sind sehr genaue Aufnahmen mit unglaublicher detailtreue möglich, jedoch sind diese Art von Verfahren sehr teuer und aufwendig. 

Da wir aber lediglich die Tiefenlinien aufzeichnen wollten, und keinerlei Detail - Aufnahmen benötigten, entschlossen wir uns für das System von Deeper. Dieser Hersteller bietet vor allem für Angler die Möglichkeit, mittels Sonar eine Tiefenkarte zu erstellen. Für gewöhnlich wird das Sonar an einer Angelrute befestigt und anschließend ausgeworfen, somit erlangt der Angler einen (kleinen) Überblick der Uferstruktur und kann Fische, bzw. deren Unterstände leichter aufspüren. 

Es ist allerdings auch möglich, das Sonar mit dem Boot zu schleppen, und große Gewässer zu vermessen. Die Verbindung erfolgt mittels W-Lan, zwar gibt es bei manchen Geräten die Möglichkeit der Bluetooth Verbindung, diese würden wir aber aufgrund der geringeren Reichweite nicht empfehlen.

Eine Akkuladung hält circa 1,5- Stunden. Ausreichend Akku am mobilen Endgerät (Tablet, oder Smartphone) sollte vorhanden sein. Hier können wir euch eine Powerbank ans Herz legen, denn die App und die Verarbeitung der Daten zieht einiges an Energie. Der "Deeper" selbst ist etwa so groß wie eine Billard Kugel, das Gerät selbst ist wasserdicht verschlossen. 

Der Hersteller bietet eine eigene Halterung an, somit kann das Sonar in der idealen Position am Boot angebracht werden, diese ist aber kein Muss. Wir haben das Gerät mittels einer einfachen Schnur am Heck des Bootes fixiert, allerdings sollte die Schnur relativ kurz gehalten sein, sonst kommt kann es erfahrungsgemäß zu falschen Messwerten kommen. (Abweichung von 5 Metern und mehr!)

Die Anwendung ist kinderleicht, die gesammelten Daten werden in der Hersteller eigenen Plattform "Lakemap" hochgeladen und automatisch zusammengesetzt, besondere EDV Kenntnisse sind nicht von Nöten. Der Algorithmus der Software, erschließt sich fehlenden Tiefenlinien und das mit beachtlicher Genauigkeit und Logik. An sich könnte man die Vermessung natürlich auch mittels ferngesteuerten Booten oder ähnlichem (Futterboot etc.) vornehmen. Im Laufe brach aber vereinzelt die W-Lan Verbindung ab, somit sollte immer jemand das Smartphone im Blick haben, ansonsten fährt man umsonst auf dem See umher. 

Die besten Aufnahmen erzielt man erfahrungsgemäß entweder mit der Fahrtrichtung von a) Ufer zur tieferen Seemitte oder b) Seemitte zum Ufer. Nur so kann das Sonar die Daten gut aufnehmen und verarbeiten. Die Ergebnisse werden ohnehin sofort auf den Display sichtbar, fehlende Stellen können gezielt angefahren und ergänzt werden. 

Nachdem die Wahl des Sonar Systems getroffen war, galt es noch ein Problem zu bewältigen: Den See mit 94 Hektar ohne Motorkraft vermessen, denn schließlich sind alle schrauben- getriebenen Gefährte auf und im See verboten. Letztlich blieb und nur die Option den See mit Muskelkraft und einem Schlauchboot zu befahren. 

Im gesamten legten wir 58km auf dem See zurück und verbrachten 23 Stunden mit der Vermessung. Auf- und Abbau, sowie Anfahrt natürlich nicht mitgerechnet, dennoch. Es hat sich gelohnt und das Ergebnis kann sich allemal sehen lassen ;). 


Benötigte Technik:

Deeper (z.B. Deeper Pro, oder Chirp)

Mobiles Endgerät (Smartphone, Tablet)

Powerbank für das Endgerät (wichtig!)

Software, bzw. App

Registrierung auf Lakemap

Sonstiges:

Ruderboot, ferngesteuertes Boot o.Ä.

Ausreichend Sonnen- oder Kälteschutz, Getränke etc.

Geduld (je nach Größe des Sees)



Hier geht's zum Link der Tiefenkarte.


 

 

 


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